Programm

Vorläufiges Programm zur Fachtagung

„Genetische Erhaltungsgebiete für Wildpflanzen für Ernährung und Landwirtschaft – ein neues Modul zur Stärkung des Artenschutzes“


Programm


Inhalt und Ziel

Wildpflanzenarten sind als genetische Ressource der Pflanzenzüchtung unverzichtbar. Sie sind zugleich wichtige Komponenten unserer Ökosysteme und als Teil der biologischen Vielfalt wie viele andere Arten zunehmend bedroht. Völkerrechtlich besteht eine verbindliche Pflicht zur Umsetzung einer Erhaltungsstrategie für Wild- und Kulturpflanzenarten, die die Vorzüge der Erhaltung im natürlichen Lebensraum (in situ) mit den Vorteilen der Konservierung in Genbanken (ex situ) verbindet. Insbesondere bei Wildpflanzenarten können Genbanken die genetische Vielfalt nur in begrenztem Umfang langfristig konservieren. Deshalb ist die Bewahrung genetischer Vielfalt im natürlichen Lebensraum von Arten von herausragender Bedeutung. Darüber hinaus ist eine genetische Anpassung der Arten nur möglich, wenn neue genetische Vielfalt im Verlauf der natürlichen Reproduktions- und Ausbreitungsprozesse entsteht.

Aus diesen Gründen werden für ökonomisch und ökologisch wichtige Wildpflanzen in Deutschland Netzwerke genetischer Erhaltungsgebiete entwickelt. Der Aufbau, die Ausweisung und das langfristige Management genetischer Erhaltungsgebiete erfordern eine ressortübergreifende Zusammenarbeit zwischen Landwirtschaft und Naturschutz. Auf diesen Sachverhalt weisen sowohl das BMU in der Nationalen Strategie zur Biologischen Vielfalt wie auch das BMEL in seiner Agrobiodiversitätsstrategie hin.

Der Aufbau eines bundesweiten Netzwerkes genetischer Erhaltungsgebiete beginnt im Jahr 2019. Von den Partnern eines Modell- und Demonstrationsvorhabens wurde für 55 Wildsellerievorkommen die Einrichtung genetischer Erhaltungsgebiete vorgeschlagen. Mit der Ausweisung genetischer Erhaltungsgebiete innerhalb und außerhalb von Naturschutzgebieten endet das Vorhaben. Die Resultate dieses Projektes sowie Ergebnisse und Erfahrungen aus vergleichbaren Projekten zur Wildrebe, zum Wildobst und zu Arten des Grünlandes möchten wir mit Teilnehmern aus wissenschaftlichen Einrichtungen, aus dem behördlichen Naturschutz und weiteren Interessierten diskutieren. Diese Inhalte werden eingebettet in Beiträge zur internationalen Einbindung der Aktivitäten und vor allem zum weiteren Handlungsbedarf an der Schnittstelle zwischen Landwirtschaft und Naturschutz. Damit besitzt die Veranstaltung sowohl einen wissenschaftlichen als auch politisch-administrativen Charakter.
Wir freuen uns über Ihre Teilnahme!